Tellington-Touch

 

Die Macht der Erde wirkt in Kreisen.... der Himmel ist rund, und ich habe gehört, die Erde ist rund wie ein Ball, genau wie die Sterne....auch der Wechsel der Jahreszeiten bildet einen großen Kreis....und so ist es mit allem, wo Kräfte wirken.( aus " der neue Umgang mit Tieren"- Linda Tellington-Jones)

 

Alles was mit Hunden zusammenhängt, egal ob Literatur über Verhalten, Erziehung, Sport usw. interessiert mich sehr. So kam es, dass auch ein Buch über Tellington-Touch in meinen Besitz gelangte. Es heißt " Der neue Weg im Umgang mit Tieren" und ist  von Linda Tellington-Jones geschrieben. Dieses Buch hat mich so sehr beeindruckt, dass als zweites Buch " Tellington-Training für Hunde" angeschafft wurde. Beim Lesen dieses Buches entstand der Wunsch TTouch selber bei meinen Hunden anzuwenden.

Als ein Seminar in meiner Nähe angeboten wurde, nahm ich mit Pancho teil. Pancho reagiert in fremden Situationen oftmals ängstlich und so war ich sehr erstaunt, dass er nach einigen Waschbär-Touches völlig entspannte und selig auf seiner Decke schlief. Das überzeugte mich mehr, als jedes Buch es gekonnt hätte!

Was ist Tellington-Touch und wie entstand es?

Linda Tellington-Jones, die Begründerin der Methode, fing in den 70er Jahren an, aus der Feldenkrais Methode (benannt nach Dr. Moshe Feldenkrais) die TTeam-Arbeit zu entwickeln. Diese Methode (für den Menschen entwickelt), bringt durch ungewohnte Bewegungsmuster den Körper zur Entspannung, lindert Schmerzen und steigert die Lernfähigkeit. Unbenutzte Nervenbahnen werden aktiviert und neue Gehirnzellen geweckt. Linda T.-J. modifizierte diese Methode so, dass sie für alle Tierbesitzer durchführbar war. Am Anfang arbeitete sie mit Pferden, später, in den 80er Jahren, mit allen Tieren. Daher der Name T.T.E.A.M.,Tellington-Touch-Every-Animal-Method.

Es gibt drei Bereiche. Die TTouches, die Boden- und Führarbeit und die Anwendung eines Körperbandes.

Die TTouches:

Vor Beginn und bei Beendigung der eigentlichen TTouches wird der Körper des Hundes ausgestrichen, genannt Noahs Marsch, so werden die Körperteile verbunden und das Körperbewusstsein geweckt. TTouches sind kreisförmige Bewegungen, die wir mit unterschiedlicher Intensität (Druckstärke von 1-6), mit unseren Händen auf der Haut des Hundes ausüben. Dabei gibt es unterschiedliche TTouches, die alle einprägsame Tiernamen tragen und sich in darin unterscheiden, dass man die Fingernägel, bis hin zur gesamten Handfläche benutzt. Die TTouches sind 1 1/4 Kreise, die Intensität macht man von der Reaktion des Hundes abhängig. Es soll angenehm für ihn sein.

TTouches an den Ohren wirken beruhigend und kreislaufstabilisierend. Die Maulttouches wirken auf das limbische System im Gehirn, welches die Emotionen steuert, und sind besonders bei Stress, Angst und Aggressivität angezeigt.

Ein TTouch sei besonders angesprochen: Der Tarantel-TTouch ist eine abgewandelte leichtere Form des Hautrollens. Er befreit von Angst, steigert die Durchblutung und verbessert das Vertrauensverhältnis.

Und so funktioniert es:

Noahs Marsch vor Beginn der Körperbehandlung nicht vergessen!

Beide Hände nebeneinander auf den Hund legen, die Fingerspitzen zeigen nach vorn in die Bewegungsrichtung, die Daumen sind zur Seite gerichtet und berühren sich leicht. Nun mit beiden Zeigefingern gleichzeitig einen Schritt von ca. 3 cm nach vorne machen und die Daumen wie einen Pflug hinterher ziehen. Die Haut, die sich vor den Daumen befindet, wird dabei sanft gerollt.. Als nächstes die Mittelfinger gemeinsam einen Schritt vorziehen. Zeigefinger und Mittelfinger wechseln sich bei jedem Schritt ab. Die Daumen werden dabei immer hinterher gezogen und es entsteht eine gleichmäßige, fließende Bewegung.

Bitte daran denken: Noahs Marsch beendet jede Körperbehandlung.

Probier den TTouch doch mal gegenseitig mit deinem Partner, für Gänsehautfeeling ist garantiert gesorgt.

 

Die Führarbeit ist ein weiterer Punkt der Tellington-Methode:

Ein Parcour, der aus verschiedenen Hindernissen, wie z.B. Reifen, Slalom, Labyrinth, Cavalettis usw. besteht soll überwunden werden. Dabei kommt es nicht auf Geschwindigkeit und Geschicklichkeit an, sondern der Hund soll langsam und konzentriert arbeiten um sich seiner Bewegungen bewusst zu werden. Das Training zeigt, dass sich Aufmerksamkeit, Koordination und Balance auffallend steigern. Das Führen über verschiedene Untergründe, wie Brett, Plastik usw. ist hilfreich für Situationen, in denen der Hund auf ungewohnten Böden laufen muss.

Besonders eingeprägt hat sich bei mir die Anwendung mit dem Körperband.

Eine elastische Binde wird mit einer gewissen Technik um den Körper des Hundes gewickelt.(es geht auch ein T-Shirt, das man dem Hund überzieht, manche Hunde finden es nicht so toll eingewickelt zu werden). Dieses Band gibt dem Hund mehr Gefühl für den eigenen Körper und vermittelt nervösen Hunden ein Gefühl der Sicherheit. Bei dem besuchten Seminar konnte ich die Wirkung dieses Bandes erleben. Ein Collie, der sich übernervös, ängstlich und aggressiv präsentierte konnte durch das Körperband deutlich beruhigt werden. Ich fand das einfach faszinierend.

 

In den oben genannten Büchern werden die verschiedenen TTouches gut erklärt, trotzdem ist ein Seminar anzuraten, wo man unter Anleitung, die verschiedenen TTouches und die Führarbeit erlernen kann.

Nicht alle Hunde sind von der Methode gleich begeistert. Während Charlie und Benji die TTouches immer nur kurze Zeit genießen, kann Pancho gar nicht genug davon bekommen.

Ich bin froh darüber, denn auch für mich ist die Zeit der Körperbehandlung, eine Zeit der Entspannung.